In der Form des engagierten philosophischen Traktats und in einem Stil, der die Schulung an den großen Denkern der Antike verrät, rechnet Savitri Devi mit dem Menschen als solchem ab, der sich zum Maß aller Dinge macht.Mit der Begründung des Nutzens für den Menschen werden heute die größten Greuel gegen seine Mitgeschöpfe — Tiere wie Pflanzen — gerechtfertigt. Der Mensch billigt dem Menschen eine Sonderstellung in der Schöpfung zu und beansprucht folglich auch eine Sonderbehandlung. Mit welchem Recht?Die Verfasserin hat sich der Frage gewidmet, welcher philosophischen und praktischen Lebenshaltung sich der Mensch befleißigen muß, um sich zu Recht an die Spitze der Schöpfung stellen zu dürfen.Savitri Devis Einstellung zu ihren Mitmenschen wurde verkürzend „misanthropisch“ genannt- aber eine solche Einschätzung wird weder der Verfasserin noch ihrem Werk gerecht. In Savitris biozentrischer Sicht ist jedes Leben heilig. Die Verbreitung des Vegetarismusgedankens, die Umsetzung von Natur- und Tierschutz sind nicht das angestrebte Ziel ihrer Darlegung, sondern bilden vielmehr die conditio sine qua non jener alternativen neuen Gesellschaftsordnung, die sie am Schluß ihrer Streitschrift skizziert. Insofern legt Savitri Devi in dem anläßlich der 100. Wiederkehr ihres Geburtstages hier erstmals in deutscher Sprache erscheinenden Langessay zugleich eine ebenso radikale wie wortgewaltige Utopie vor.